Wie ein Baugerüst einen Funken zündet... | Warum ein Blog?

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"Kommst Du frühstücken?"

Grade erst die Augen aufgemacht, einen wirren Traum von der Stirn gestrichen und hellwach. Essen! Müde wanke ich die Holztreppe runter und suche den richtigen Tisch. Wohnzimmer oder Küche? Wer kennt das Problem nicht. Sich im eigenen Haus verlaufen... Ah! In der Küche steht was Essbares. Immer rein damit!

Ich gieße mir Müsli und Milch in die Schüssel, die mich mit ihrem schönsten eingravierten Lächeln anlacht. Noch ein wenig Milch in die Tasse. Fertig. Nachdenklich beginne ich zu essen. Was wollte ich heute machen? An einem Brückentag? Ach ja! Die Idee mit dem Musical und dem Kölner Dom. 

 

Was ist das genau?

Ich will ganz von vorne anfangen. Vor einigen Monaten, als wir beide - mein Bruder und ich - den Auftrag von der Kirchengemeinde St. Joseph und St. Antonius erhielten, Go(d) on Stage durchzuführen, hatte ich bereits die Idee als Kulisse ein Baugerüst ums Publikum zu bauen und es bespielen zu lassen. Die Idee sah gut vor meinem inneren Auge aus, U-förmig ums Publikum gebaut, die Bühne mitgenutzt, das Orchester und das Technik-Kabelgewirr schön hinter dem Gerüst versteckt... was will man mehr? Als wir überlegten, fiel mir siedend heiß ein: Sind denn alle Darsteller, die auf dem Gerüst rumturnen und im Musicalbetrieb auch tanzen und singen sollen da oben versichert? Gegen Absturz? Wer haftet, wenn die Konstruktion zusammenfällt? Wie muss ich das Gerüst richtig befestigen? Fragen über Fragen schossen mir auf einmal durch den Kopf und ich hatte keine Ahnung, wie ich auch nur eine einzige von ihnen beantworten konnte. Außerdem ist das ja alles eh viel zu teuer! Wie willst Du das mit einem Budget von 7000€ alles realisieren, Tobias?

Also wurde das Baugerüst gestrichen. Die Idee jedoch wanderte in die hintersten Ecken meines Gehirns und nistete sich dort irgendwo ein...

 

...bis ich auf der Arbeit mit einem Kollegen darüber sprach. Ich weiß nicht mehr wie, aber irgendwie kamen wir auf das Thema zu sprechen. Ich prahlte mit der Idee und trugsogleich meine versicherungsrechtlichen Probleme vor. "Ach, mach doch einfach und unterweise deine Leute entsprechend", schlug mein Kollege trocken vor.

Ich starrte ihn an. Was sollte ich jetzt darauf sagen? Eigentlich hatte er verdammt nochmal recht. Warum war mir das nicht schon früher eingefallen, dass man die Darsteller einfach unterweisen und sich eine Gerüstbefestigung bauen könnte? Gut! Das Bühnenbild stand. Aber, was war mit dem Inhalt der Show?

 

Was nützt mir ein Baugerüst, eine Bühne, Scheinwerfer und technisches Equipment, wenn ich nicht weiß, was ich auf der Bühne zeigen will? Der "Go(d) on Stage"-Bus war längst abgefahren. Deshalb musste unverzüglich was Neues her.

"Stimmt! Das Unterweisungsprinzip, ja das könnte ich anwenden", sagte ich. "Aber ich hab ja gar keine Idee, was ich auf der Bühne dann spielen könnte."

"Ja bau doch den Kölner Dom."

Wieder so ein trockener Satz.

Ja, bau doch den Kölner Dom.

Eigentlich gar keine so schlechte Idee. "Danke!", sagte ich. "Lass uns das mal zusammen machen! Ich schreibe das Skript und du machst die Technik!"

Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass wir beide momentan angehende "Fachkraft für Veranstaltungstechnik" sind. Aufbau und Planung sind auch für mich gar kein Problem, aber wenn es darum geht, Technik anzumieten und während der Veranstaltung das Pult zu bedienen... nun, da bin ich raus. Das sollen für`s erste die Leute machen, die`s können. Und da gehöre ich leider (noch) nicht zu. Licht drücken und Regler schieben kann ich halt dummerweise noch nicht. Funfact: Ende. 

 

Zu Hause setzte ich mich also gleich an den Schreibtisch und fing an, ein bisschen im Internet zu stöbern. Wann wurde der Dom gebaut? Wer brachte die Reliquien der Drei Heiligen Könige nach Köln? Wie lange dauerte der Bau des Doms? Wer war Hauptverantwortlicher? Und wer hat den Bau bezahlt? Gab es schon während der Bauphase Konflikte zwischen Personen, die man vielleicht aufgreifen könnte? In was für einer Zeit spielt die Geschichte? 

Grob gesagt, habe ich mir ein paar Internetseiten gespeichert und einfach ein paar Charaktere, Namen und kurze Ideen in eine Word-Datei getippt. 

Schnell war alles ausgedruckt und zusammengetragen, kopiert und gestapelt. Einige Tage später nahm ich erneut alles zur Hand und blätterte durch die Notizen. 

 

Nun, generell finde ich, dass man nach ein paar Tagen sehr gut beurteilen kann, was an den aufgeschriebenen Ideen eher gut oder eher "Rubrik: Papiertonne" ist, jedenfalls dauerte es nicht lange, da stand eine getippte Zusammenfassung von zwei DIN A4 Seiten vor meinen Augen auf dem Bildschirm und flackerte mir mit einer Bildfrequenz von 60 Hertz entgegen.

 

Wenn man sich nicht zwingend unter den Schreibtisch bücken müsste, um den Drucker anzumachen, hätte ich vielleicht auch nicht so lange gebraucht, bis ich das Dokument ausgedruckt hätte, aber erst einen Tag später sirrten die beiden Seiten aus dem Druckerschlitz. Ich verbannte sie zu dem Restmaterial in ein billiges Schreibheft aus dem Supermarkt. 

 

Wie fängt man so ein Skript denn eigentlich an? Worüber reden die Leute? Wie mache ich den Anfang besonders interessant? Schreibe ich den "Opening Song" zuerst? Oder lieber doch erst den ganzen Dialog?

Die Beziehung zwischen den einzelnen Charakteren und die Vergangenheit der Hauptperson wäre vielleicht auch nicht ganz unwichtig. Soll ich das nicht zuerst machen? Wie geht man nur bei so etwas vor?

 

Ich glaube, ich brauche ein großes Schreibboard an der Wand. Und etwas mittelalterliche Musik zur fröhlichen Arbeitsgestaltung. 

 

Das werde ich mir in den nächsten Tagen besorgen und dann geht es los.

 

Bis dahin alles Gute!

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